Geschichte und Gegenwart der Diözese Vilkaviðkis

Die Diözese Vilkaviðkis gehört zur Metropole Kaunas und liegt am linken Flussufer des Nemunas. Das Territorium umfaßt 6 280 qkm und ist in 6 Dekanate mit 103 Pfarreien aufgeteilt: Aleksotas, Alytus, Lazdijai, Marijampolë, Ðakiai und Vilkaviðkis. Die Diözese Vilkaviðkis grenzt an die Erzdiözesen Kaunas und Vilnius und an die Diözese Kaiðiadorys. Eùk ist die Nachbardiözese in Polen und Grodno in Weißrussland, im Nordwesten grenzt Vilkaviðkis an das Gebiet von Königsberg (Russland).

Am 10. Februar 2002 wurde Rimantas Norvila als Nachfolger von Bischof Emeritus Juozas Þemaitis MIC zum Hirten der Diözese ernannt.

Die Diözese Vilkaviðkis ist am 4. April 1926 unter Papst Pius XI durch die Apostolische Konstitution Lituanorum gente, die die Kirchenprovinz Litauens begründet, gegründet worden. Diözesanpatron ist der heilige Antonius von Padua.

Leidvoll war die Zeit des 2. Weltkrieges und die der sowjetischen Okkupationen (1941 und 1944). 32 Kirchen wurden teilweise oder völlig zerstört, von denen in den Nachkriegsjahren 12 wieder aufgebaut werden konnten. Vor der zweiten Okkupation emigrierten etwa 100 Priester in die westeuropäischen Länder, 70 wurden verhaftet und verbannt, einige ermordet. 12 Kirchen wurden geschlossen und die Pfarreien aufgelöst. In den Schulen wurde der Religionsunterricht verboten, der Atheismus zwangsweise eingeführt und außerschulische Kinderkatechese gestört und behindert.

Im Kampf gegen den monströsen Atheismus kam der 1972 im Untergrund gedruckten „Chronik der Litauischen Katholischen Kirche“ („Lietuvos Katalikø Baþnyèios kronika“), große Bedeutung zu. Hauptredakteur Priester Sigitas Tamkevièius SJ (der jetzige Erzbischof der Erzdiözese Kaunas) stammt aus der Diözese Vilkaviðkis, in der er damals auch tätig war.

Als Litauen 1990 seine Unabhängigkeit wieder erlangt hatte, nahmen die Institutionen der katholischen Kirche ihre Tätigkeit wieder auf. Kirchen wurden gebaut, hervorzuheben ist der Dom in Vilkaviðkis und das spätbarocke Ensemble des Dominikanerklosters in Liðkiava.

91% der 403 000 Einwohner der Diözese (2002) gehören der katholischen Kirche an. 120 Priester, darunter 7 Ordensbrüder stehen als Seelsorger im Dienst.

Im Jahre 2003 werden von der Caritas 5 Altersheime, 10 Tageszentren für Kinder und 2 Armenküchen betreut. Durch Mitarbeiterinnen der Caritas werden an bedürftige Menschen Medikamente und Hygienemittel verteilt. Ihre Sorge gilt kranken, alten und alleinstehenden Menschen ebenso wie denen, die in den Justizanstalten festgehalten sind. Sie mühen sich auch um gerechte Verteilung von Gütern der humanitären Hilfe aus dem Ausland. Ein besonderes Anliegen ist die Verbreitung von religiöser Literatur.

Das Jugendzentrum koordiniert die Tätigkeit der Jugendlichen in den Pfarreien, pflegt die Zusammenarbeit der Jugendorganisationen, leitet Seminare, veranstaltet verschiedene kulturelle Aktivitäten, Meditationsabende.

Das Katechetikzentrum koordiniert den Religionsunterricht, sorgt für Aus- und Weiterbildung der Katecheten, unterstützt die Beschaffung von Religionsbüchern und Lehrmaterialien. Organisiert Pilgerfahrten sowohl für Lehrer als auch für Schüler. 63,8% der Schüler in der Diözese (2003) besuchen den Religionsunterricht.

In zwei katholischen Mittelschulen, in der der Marianer in Marijampolë und der von St. Benedikt in Alytus wird besonderer Wert auf christliche Erziehung gelegt.

Im Familienzentrum werden junge Paare auf das Sakrament der Ehe vorbereitet, den Familien christlich-pädagogische Bildung, sowie Beratung und Hilfe bei Problemen und in schwierigen Situationen, angeboten. Das Familienzentrum will auch die akademische Jugend auf die Verantwortung in der Familie vorbereiten. Ein besonderes Anliegen ist die Aktion „Für das Leben“.

Das Kulturzentrum der Diözese pflegt christliche Kultur und Bildung. In der Mittelschule des Zentrums werden junge Talente ausgebildet, zum Zentrum gehört auch der international anerkannte È. Sasnauskas – Chor sowie das Museum der Geschichte und der kirchlichen Kunst der Diözese Vilkaviðkis.

Der Verlag „Ardor“ gibt verschiedene Bücher heraus, die katholische und christliche Kultur propagieren.

Die Diözese Vilkaviðkis pflegt freundschaftliche Beziehungen mit den Diözesen Eùk, Biaùystok, Olsztyn, Warschau – Praga in Polen, sowie mit der Erzdiözese Paderborn in Deutschland. Freundschaftliche Partnerschaften mit den Katholiken in Deutschland verbinden auch einzelne Gemeinden: die Diözesan-Caritas sowie die Pfarrgemeinden Alvitas, Kazlø Rûda, St. Erzengel Michael Marijampolë, Miroslavas mit Land Oldenburg, die Kurie und Pfarreien Skardupiai, Sasnava, Kalvarija mit Bergisch Gladbach, Pfarrgemeinde St. Vinzenz Marijampolë ist seit Jahren mit Altenberg befreundet. Das Katechetikzentrum unterhält freundschaftliche Beziehungen mit den Katholiken in Salzburg, Österreich.

In der Kleinen Basilika Marijampolë ist der Selige Jurgis Matulaitis beigesetzt. Seine Beatifikationsjahrestag wird jedes Jahr die zweite Woche im Juli gefeiert.

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